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Projekt Hippocampus gutulatus |
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Ich heiße Beatrice Schöller und bin Zoologie-Studentin an der Karl-Franzens-Universität Graz. Von Mai bis Oktober 2003 führe ich die Freilandarbeit für meine Diplomarbeit an der Meeresschule Valsaline durch. Betreut wird meine Arbeit durch Prof. Dr. Gerald Kastberger (Institut für Zoologie, K.F.Universität Graz)
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Habitatnutzung von Hippocampus guttulatus
in der Valsalinebucht bei Pula (Kroatien) |
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Seepferdchen der Art Hippocampus guttulatus halten sich vorzugsweise in Seegraswiesen und Algenwäldern auf. Sie ernähren sich von kleinen Krebsen, Garnelen und Zooplankton, sind Lauerjäger und saugen ihre Beute durch ihre zahnlose Schnauze ein.
Seepferdchen sind standorttreu, bilden lebenslange, monogame Partnerschaften und besetzen paarweise ein Revier. Bei der Paarung transferiert das Weibchen die Eier in die Bruttasche des Männchens. Im Inneren werden die Eier vom Männchen besamt und nach etwa 3-5 Wochen "gebärt" es lebende Junge. Angeblich treffen sich die Partner jeden Morgen mit einem charakteristischen Begrüßungsritual und begeben sich anschließend auf Nahrungssuche.
In der Valsaline Bucht gibt es unterschiedliche Habitatstypen wie Brauntangbestände (Cystoseira spp.), eine Seegraswiese (Cymodocea nodosa) und Sedimentböden aus Muschelschill und Sanden ohne Pflanzenbewuchs. Die Habitate sind kleinräumig und heterogen verteilt.
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| Zur Habitatskartierung werden mittels einer selbstgebauten Fernauslösung und eines Heliumballons Luftaufnahmen von der Bucht geschossen. Bei Schönwetter und Windstille kann man durch die geringe Tiefe Untergrundstrukturen ohne Problem auf den Fotos erkennen. |
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Um gefundene Seepferdchen einzeln identifizieren und wiederfinden zu können, werden sie unter Wasser fotografiert und besonders Aufnahmen von den Köpfen mit der Zeichnung, den Kopfanhängen und dem Krönchen gemacht. Man weiß, dass diese so individuell sind, wie der Fingerabdruck eines Menschen. Zusätzlich kann noch der Reproduktionsstatus der Männchen anhand der Bruttasche erfasst werden. Man unterscheidet ob die Bruttasche leer und straff ist, voll mit Embryos, aufgebläht oder leer und schlaff. Ist die Bruttasche flach und straff, ist dass Männchen bereit für die Fortpflanzung, ist die Tasche voll mit Embryos, ist das Männchen gerade am brüten, ist sie aufgebläht, sind die Jungtiere bereits reif, entlassen zu werden und wenn die Bruttasche leer und schlaff ist, wurden die Jungen gerade entlassen.
Das erste wiedergefundene Männchen:
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Das erste wiedergefundene Weibchen:
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Mit den Methoden der Fotoidentifikation und Habitatskartierung werden verschiedene Fragestellungen behandelt:
- Wie viele unterschiedliche Tiere können erfasst werden?
- Wie ist das Geschlechterverhältnis? Wie viele Jungtiere werden gefunden?
- Bleibt die Gesamtzahl über den Beobachtungszeitraum konstant oder verändert sie sich? Welche Gründe gibt es für eine Veränderung? Können vor allem bei Männchen unterschiedliche Reproduktionsstadien beobachtet werden?
- Welche Interaktionen zwischen Seepferdchen können beobachtet werden?
- Welche Habitate werden bevorzugt von den Seepferdchen aufgesucht, gibt es geschlechtsspezifische oder tageszeitliche Unterschiede?
- Werden von den Tieren Territorien etabliert?
Über Seepferdchen gibt es noch sehr wenige Freilandstudien. Besonders über die unter Naturschutz stehende Art Hippocampus guttulatus ist so gut wie nichts bekannt. Umso spannender und interessanter wird meine Freilandarbeit an der Meeresschule werden.
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 24. April 2008 )
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